Ausbildungsordnung

Ausbildungssemester

Das Wintersemester beginnt am 1. Oktober und endet mit dem Beginn der Semesterferien. Das Sommersemester beginnt nach dem Ende der Semesterferien und endet spätestens Anfang Juni.


Unterrichtsumfang

Der Schulbetrieb findet prinzipiell ganztägig, von Montag bis Freitag statt. Unabhängig vom Lehrplan können auch an Wochenenden und während der Feiertage und/oder in den Ferien Nachholstunden, Proben, Workshops und Seminare stattfinden. Das Unterrichtsausmaß beträgt je nach Modul und Jahrgang bis zu 20-25 Wochenstunden.


Gliederung der Ausbildung, Prüfungen und Abschlüsse

Die Ausbildung gliedert sich in zwei Abschnitte:

Das Grundstudium mit drei Semestern Grundlagen, Improvisation, Körperarbeit und Szenenstudium in größeren und kleineren Gruppen, Stimmbildung, Sprechtechnik, Analyse von Texten und Stücken – allgemein: wie nähere ich mich einem klassischen Text etc.

Das Hauptstudium, drei Semester mit dem Schwerpunkt Arbeit an Szenen in kleinen Gruppen, Lesungen und Inszenierungen sowie Erarbeiten von Monologen und Szenen. Weitergeführt werden Stimmbildung (inkl. Liedinterpretation), Sprechtechnik und Körperarbeit. In jedem Semester findet ein Vorzeigen statt, im dritten Ausbildungsjahr eine öffentliche Schulproduktion.

Jedes Ausbildungsjahr endet mit einer Prüfung vor einer paritätischen Kommission. Nach dem sechsten Semester erfolgt die Abschlussprüfung mit staatlich anerkanntem Diplom vor einer paritätischen Kommission.

Während des Grundlagenseminars im ersten Jahr ist den StudentInnen untersagt, an Arbeiten bei Film- und Fernsehprojekten und in Theatern außerhalb des schulischen Zusammenhangs teilzunehmen. Die Entwicklung des Grundverständnisses für theatralische Vorgänge und theatralisches Handeln einschließlich der Vermittlung der dafür notwendigen Begrifflichkeiten darf in dieser Ausbildungsphase nicht gestört werden. Näheres regelt die Schulordnung.


Ziele und Inhalte der Ausbildung - Allgemeine Ausbildungsziele

Ziel der Ausbildung ist die Entwicklung der Schauspielstudentin, des Schauspielstudenten zu einer professionellen schauspielerischen Persönlichkeit, je nach persönlichem Talent.

In der Ausbildung werden handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt, die den hohen künstlerischen Anforderungen in der Berufspraxis gerecht werden. Die AbsolventInnen sind in der Lage, die sich ständig verändernden künstlerischen und gesellschaftlichen Anforderungen bewusst wahrzunehmen, zu reflektieren und mitzugestalten, um die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. In Projekt- und Inszenierungsarbeiten werden leistungsstarke SchauspielstudentInnen besonders gefördert.

Die Grundlagen der Ausbildung bilden die praktischen Theatererfahrungen unserer Unterrichtenden. Die Ausbildung ist fächerübergreifend, um Körperbewusstsein, Bewegung, Stimme, Denken und Sprechen zu entwickeln. Die schauspielerische Ausbildung ist ein künstlerischer Prozess, in dem der gesamte Körper als eigenes Instrument des schauspielerischen Denkens, Fühlens und Handelns wahrzunehmen, zu begreifen und zu entwickeln ist.

Szenische Phantasie, Vorstellungskraft, Sensibilität, Partnerbeziehung, Musikalität, Konzentration, Wahrnehmungsvermögen, Impulsivität, Beobachtungsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Gestaltungswillen werden entwickelt, um schauspielerische Prozesse in ihrer Widersprüchlichkeit zu erkennen, zu begreifen und zu gestalten.

Der/die SchauspielstudentIn soll in der Lage sein, sie zu den realen gesellschaftlichen Prozessen in Beziehung zu setzen. Der/die SchauspielstudentIn erlernt im Laufe der Ausbildung, ein ausgeprägtes Ensemblebewusstsein zu entwickeln und den Schauspielberuf als „Weg“ zu begreifen.

Das Ziel ist der Weg, der Weg ist das Ziel: Ziele und Inhalte der Ausbildung sind schwer voneinander zu trennen, weil die Ziele die Inhalte bestimmen.